Eine Hommage an den Hashtag #stillenistliebe

#stillenistliebe - eine Hommage an den Hashtag pro Stillen

Kürzlich wurde sich auf Social Media (mal wieder) über den berüchtigten Hashtag #stillenistliebe echauffiert. Darüber, was er alles impliziere und welchen Druck er auf junge Mütter ausübe und, dass das Stillen romantisiert werde. Ich halte dagegen und spreche mich klar für den Hashtag aus. Here’s why.

„Stillen ist Liebe“ und impliziert nichts

Wirklich gar nichts. Es schliesst in keinster Weise aus, dass Schöppelen Liebe ist oder dass Abpumpen Liebe ist. Er sagt nicht, dass „die gute Mutter“ stillen muss. Es gibt demnach keinen Grund sich angegriffen zu fühlen, wenn man nicht stillt. Keinen Grund, sich über diesen Hashtag aufzuregen.

Warum der Hashtag seine Daseinsberechtigung hat

Es fragt sich somit berechtigterweise – warum dann ein Hashtag dafür? Stillen bedeutet oftmals harte Arbeit. Verbunden mit Schweiss und Tränen und vielen Ups und Downs. Unter dem Hashtag ermutigen sich Mütter und tauschen sich über genau das aus. Sie erzählen ihre Geschichten, feiern zusammen Erfolge und überwinden Hindernisse. Der Hashtag kommt nicht von ungefähr – denn wenn man so viel hard work in eine Sache steckt, die einem (für sein Kind) wichtig ist, dann muss es Liebe sein.

Das Dilemma der modernen Mutter

Stillen ist gut und soll man machen AAAABER nicht zu lange, nicht in der Öffentlichkeit, nicht am Arbeitsplatz. Dazu gehört der Körper der Frau, die Selbstbestimmung darüber darf niemals verloren gehen. Unabhängig soll man sein, von allem und jedem. In finanzieller, emotionaler und körperlicher Hinsicht.

Diese gesellschaftlichen „Vorgaben“ lassen sich jedoch NICHT mit dem Stillen vereinbaren. Die stillende Frau scheint deshalb altmodisch – gar anti-feministisch. Denn ja – wenn man stillt, verzichtet man auch. Den Fünfer und das Weggli gibt es hierbei eben nicht (immer). Das ist heutzutage nicht mehr akzeptabel.

Und das ist nämlich das eigentliche Problem.

Es scheint zeitgemässer, wenn man sich kritisch zum Thema Stillen äussert. Wenn man über das Stillen spricht und im gleichen Atemzug Dinge nennt wie Patriarchalismus und fehlende Gleichberechtigung. Damit macht man es den jungen Müttern auch nicht wirklich leichter. Nein, man wird sogar an den Pranger gestellt, wenn man sich für das Stillen entscheidet und es geniesst – ja, eben liebt.

Reality check

Über 27 Tausend Posts mit dem Hashtag #stillenistliebe sind derzeit auf Instagram zu finden. #flaschegebenistliebe dagegen findet man nicht so oft. Ist der Druck zu stillen also gross, weil es scheinbar alle tun und man sonst zum Aussenseiter wird? Dieses Bild entspricht nicht der Realität im echten Leben. Ich kenne kein Mami, das angefeindet wurde, weil es den Schoppen gibt (besonders nicht nach dem 6. Lebensmonat). Dass hingegen Mütter, die in der Öffentlichkeit stillen oder über ein Jahr stillen, angefeindet werden, DAS ist die Realität.

Und solange das so ist, bin ich pro #stillenistliebe – auch wenn natürlich (ganz klar) Flasche geben genauso Liebe ist.

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