Über den richtigen Zeitpunkt für ein zweites Kind

wann ist der richtige zeitpunkt für ein zweites kind

Um genau diesen kreisen zur Zeit einige meiner Gedanken. Wann ist er oder gibt es ihn überhaupt? Will ich überhaupt ein zweites Kind? In diesem Blogbeitrag teile ich ein paar persönliche Gedanken und grundlegende Überlegungen zum Thema Kinderwunsch 2.0.

Da ist er, der erste Geburtstag

… und nun darf ich offiziell wieder loslegen. Theoretisch. Die Empfehlung nach meinem Kaiserschnitt ein Jahr zu warten, bis ich wieder schwanger werde, habe ich eingehalten und würde ich mir ein Geschwisterchen für unseren Sohn wünschen, dürfte ich das nun in Angriff nehmen. Aber nicht nur aus diesen Grund ist der erste Geburtstag eine Art Meilenstein. Nein, auch das Umfeld möchte jetzt plötzlich wissen, ob und wann denn dieses Geschwisterchen kommt.

Die Rechnung mit dem Altersabstand

Der ideale Altersunterschied zwischen Geschwistern sind zwei Jahre. Das zumindest, hätte ich vor einigen Jahren behauptet. Heute bin ich mir dessen nicht mehr so sicher. Klar ist ein kleiner Abstand schön für die Kinder, sie haben eher gemeinsame Interessen und können sich damit eher miteinander beschäftigen. Ich und mein Bruder haben einen Altersunterschied von 23 Monaten und ich empfand das immer als sehr schön. Doch jetzt bin ich selbst Mutter und sehe das Thema „Zwei unter zwei“ etwas differenzierter. Schwanger mit Kleinkind ist bestimmt anstrengend. Zwei Kleinkinder zu betreuen nicht weniger. Möchte ich das oder möchte ich warten, bis der grosse Bruder etwas grösser ist und aus dem Gröbsten raus ist, selbstständiger ist und vielleicht keine Eifersucht auf das neue kleine Wesen empfindet? Und wenn sie dann mal gross sind, habe ich sie dann allesamt auf einen Schlag aus dem Haus, wenn sie einen kleinen Altersabstand haben?

Für mich persönlich ist wohl etwas dazwischen der vermeintlich ideale Altersunterschied, den ich mir für uns wünsche. Und das darf ich mir auch wünschen, aber wissen was passieren wird oder nicht, das tut keiner.

Kinderwunsch

Was neben den Rahmenbedingungen auch stimmen muss, ist das Gefühl. Und da weiss ich, dass dieses Gefühl, dieser Wunsch, der Kinderwunsch, noch nicht ganz da ist. Ich wünsche mir in Zukunft auf jeden Fall mindestens ein weiteres Kind. Aber noch nicht jetzt. Tatsächlich würde ich sogar behaupten, dass ich mich bereit fühle, diese Herausforderung sofort ein zweites Mal anzunehmen aber ich habe noch keinen inneren, sehnlichen Wunsch danach. Ich schaue schwangere Frauen und Babies an und denke mir: „Ach wie schön für euch. Irgendwann möchte ich das auch mal wieder.“ Und ich freue mich jetzt schon auf den Zeitpunkt, an dem ich das wieder möchte und mich wieder gedanklich, praktisch und gefühlsmässig in die Kinderplanung stürzen kann. Und ich fühle, dass es keine Jahrzehnte dauern wird sondern sich langsam anbahnt. Aber der Zeitpunkt für ein zweites Kind ist eben noch nicht jetzt.

„Und ich freue mich jetzt schon auf den Zeitpunkt, an dem ich das wieder möchte.. „

Es verändert sich viel, sehr viel

Ein zweites Kind ist ein game changer. Zwei Kinder bedeuten nicht nur mehr Arbeit und weniger Schlaf sondern sie verändern den ganzen Lebensstil. Zur Zeit kann ich mit meinem Einjährigen einen unabhängigen, selbstbestimmten und spontanen Alltag geniessen. Wir gehen einkaufen, wann wir Lust dazu haben. Ich lege mich zum Mittagsschlaf mit ihm hin, wenn ich mag. Wir treffen uns spontan mit Freunden – irgendwo, ganz egal. Mit zwei Kindern wird alles strukturierter und geplanter ablaufen, es muss strukturierter und geplanter ablaufen, denn der Alltag mit mehr als einem Kind will organisiert sein. Ob wir dann noch ohne vorprogrammierten Trubel als Familie essen gehen können, da bin ich mir nicht so sicher.

Unsere Unabhängigkeit zu zweit und zu dritt geniesse ich sehr und will sie noch nicht ganz aufgeben. Aber ich bin mir sicher, dass wenn das Gefühl stimmt, ich auf diese mehr als gerne verzichten werde.

Vorbereitungen und Pläne

Ich mache mir nicht nur Gedanken zu einer erneuten Schwangerschaft, ich bereite mich auch schon darauf vor und plane. Die Vorbereitung findet vor allem in meinem Körper statt. Ich verzichte auf hormonelle Verhütung, damit mein Körper wieder zurück zum „Normalzustand“ findet und mein Zyklus sich regulieren kann. Wenn ich bereit dazu bin, möchte ich nämlich keine wertvolle Zeit verlieren. Als ich die Pille bei meinem ersten Kinderwunsch abgesetzt habe, hat es nämlich ganz schön lange gedauert, bis wieder ein Eisprung da war und überhaupt an eine mögliche Schwangerschaft zu denken war. Das ist frustrierend und das möchte ich nicht nochmal durchleben. Deshalb bereite ich mich und meinen Körper jetzt schon mal vor. Durchaus legitim, oder?

Wir werden nächstes Jahr im Herbst heiraten. Und wenn der Termin auf dem Standesamt nicht mit einer Geburt zusammenfallen soll, ja, dann muss das geplant werden. Auch geplant werden muss mein beruflicher Wiedereinstieg. Möchte ich vor der zweiten Schwangerschaft wieder einsteigen? Hier kann ich mittlerweile klar sagen – nein. Ich möchte mit der Jobsuche warten, bis unsere Familienplanung abgeschlossen ist. So zumindest der aktuelle Plan, der sich immer wieder ändern kann und an den sich das Leben doch eh meistens nicht hält.

 

Tja. Und aus all diesen Gründen antworte ich eigentlich allen fragenden Freunden und Verwandten mit „Ich weiss es noch nicht. Mal sehen.“.

(Ach, und wenn dann mal soweit sein sollte, wirst du es auf Instagram erfahren.)

Herz klein

3 Kommentare zu „Über den richtigen Zeitpunkt für ein zweites Kind

  1. Ein sehr schöner Artikel! Viele Gedanken teile ich. Ich hab selber auf meinem Blog vor kurzem über das Thema geschrieben. Wahrscheinlich beschäftigt es jede Einzelkind-Mama irgendwann mal. Momentan genieße ich einfach alles so wie es ist und das wünsche ich dir auch weiterhin!
    Liebe Grüße
    Linda

    Gefällt 1 Person

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