Unverheiratet ein Kind bekommen – das müssen nicht verheiratete Eltern beachten

22,9 Prozent aller Geburten in der Schweiz erfolgten letztes Jahr nicht ehelich.
Viele Paare entscheiden sich bewusst dazu, nicht zu heiraten, andere haben es vielleicht noch vor zu tun. Es gibt viele Gründe, warum Eltern in einem Konkubinat leben aber eins haben sie alle gemeinsam – sie müssen sich um ein paar administrative und behördliche Dinge kümmern, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Woran du denken musst, wenn du unverheiratet ein Kind bekommst, habe ich hier einfach und möglichst verständlich zusammengefasst.

Der Nachname

Wie heisst das Kind, wenn ich nicht verheiratet bin? Wenn nichts unternommen wird, bekommt das Baby den Nachnamen der Mutter. Wenn das Kind aber heissen soll wie der Vater, dann ist eine Vaterschaftsanerkennung (siehe unten) zu unterzeichnen. Natürlich kann auch trotz Vaterschaftsanerkennung der Name der Mutter angenommen werden. Der gewünschte Nachname ist auf der Geburtsanmeldung anzugeben. Dieses Formular findest du meist online beim zuständigen Zivilstandsamt und ist bei der Geburt im Spital abzugeben.

Die Vaterschaftsanerkennung

Die Vaterschafts- beziehungsweise Kindesanerkennung kann vor oder nach der Geburt gemacht werden. Vor der Geburt kannst du einen Termin beim Zivilstandamt deiner Gemeinde machen und zusammen mit deinem Partner die Erklärung unterzeichnen. Die Vaterschaftsanerkennung ist für Konkubinatspaare vor allem wichtig, wenn das Baby den Familiennamen des Vaters bekommen soll.

Die Kosten für die Vaterschaftsanerkennung belaufen sich auf ca. 75 Franken.

Das gemeinsame Sorgerecht

Die Vaterschaftsanerkennung bewirkt kein gemeinsames Sorgerecht. Eine Erklärung über eine gemeinsame elterliche Sorge ist beim Zivilstandsamt zusätzlich zu unterzeichnen. Was diese Erklärung bewirkt und welche Rechte und Pflichten daraus entstehen, kannst du in untenstehendem Merkblatt (PDF) der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB nachlesen.

Die Erklärung über gemeinsame elterliche Sorge vor der Geburt kostet zusätzlich 30 Franken.

KESB Merkblatt gemeinsame elterliche Sorge

Elternvereinbarung

Optional für dich ist eine sogenannte Elternvereinbarung. Mit einem solchen Vertrag werden unter anderem Unterhaltsbeiträge geregelt. Diese Unterhaltsvereinbarung wird von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde beglaubigt und ist kostenpflichtig (etwa 300 Franken).

Wir haben uns gegen die Erstellung einer Elternvereinbarung entschieden, da wir in nicht allzu ferner Zukunft heiraten möchten und uns deshalb die Kosten und den Aufwand sparen wollten.

AHV-Beitragspflicht

Für nichterwerbstätige unverheiratete Mütter wird zusätzlich die AHV zum Thema. Damit keine Beitragslücke entsteht, melde dich bei der zuständigen Sozialversicherungsanstalt oder bei deiner Wohngemeinde, um deine Beiträge zu berechnen.

Familienzulagen

Für jedes Kind unter 16 Jahren wird eine Zulage von mindestens 200 Franken ausbezahlt. Wer von den beiden nicht miteinander verheirateten Elternteilen diese erhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sofern nur ein Elternteil das Sorgerecht hat, hat dieser den Anspruch. Wenn das geteilte Sorgerecht gilt, dann erhält in der Regel der Elternteil mit dem Einkommen oder dem höheren Einkommen diese Zulage. Natürlich haben auch „Nichterwerbstätige“ (im Sinne der AHV – denn Mami sein ist sehr wohl ein Job 🙂 ) Anspruch auf die Zulage – hier muss dann ein Antrag bei der kantonalen Familienausgleichskasse gestellt werden.

Steuererklärung

Für jedes im eigenen Haushalt lebende Kind darf ein Abzug gemacht werden. Wenn die Eltern nicht verheiratet sind und somit nicht gemeinsam besteuert werden, stellt sich die Frage, bei wem dieser Abzug geltend gemacht werden darf. Grundsätzlich steht beiden die Hälfte des Abzuges zu. Es ist ratsam den vollen Abzug beim arbeitenden Elternteil oder beim Elternteil mit den höheren Lohn abzuziehen. Allerdings spielen hier viele weitere Faktoren eine Rolle, weshalb du entweder berechnen solltest, bei wem der Abzug mehr Sinn macht oder er überhaupt rechtens ist. Im Zweifelsfall wende dich an jemanden, der sich auskennt oder an einen Steuerberater.

Oder doch heiraten?

Das Jawort erspart dir diesen Aufwand und bringt auch andere Vorteile mit sich. Es gibt Gründe nicht zu heiraten – es gibt aber mindestens genau so viele es zu tun. Das ist zumindest mein Fazit. Nachdem ich zusammen mit meinem Freund einen wunderbaren Sohn bekommen habe, werden wir nächstes Jahr, etwa zwei Jahre nach der Geburt, heiraten.

Es gibt Gründe nicht zu heiraten – es gibt aber mindestens genau so viele es zu tun.

Und übrigens – wenn ihr, wie wir, nach der Geburt heiraten werdet, bekommt der Nachwuchs automatisch den gemeinsamen Familiennamen – immerhin etwas ohne Anträge, Formulare und Gesuche.

Herz klein

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