4 Still-Apps im Test – welche ist die beste?

Die Still-App kann ein praktischer Begleiter durch die Stillzeit sein. Dafür muss sie einige Eigenschaften mitbringen. Welche das sind und welche kostenlose Tracking-App für dein Android sich lohnt runterzuladen, das habe ich für dich rausgefunden.

„Wann haben sie das letzte Mal gestillt? Hat Ihr Baby vielleicht wieder Hunger?“ – Keine Ahnung! Ich musste den Pflegefachleuten gestehen, dass ich absolut nicht auf die Uhr geschaut habe. Es könnte 45 Minuten her sein – vielleicht aber auch schon 2 Stunden? Sie drückten mir einen „Mahlzeiten-Zettel“ in die Hand. Dort solle ich notieren, wenn ich stille. Links, Rechts, Uhrzeit – ein Raster mit diesen drei Überschriften. Irgendwie umständlich. Und dann noch das ganze Gerechne! (Was sowieso gar nicht mein Ding ist.) Geht das nicht auch einfacher? Dafür gibt es doch bestimmt eine App! Noch auf der Wochenbettstation habe ich die erst beste Still-App runtergeladen. Fortan wusste ich immer, wann ich meinen Sohn das letzte Mal gestillt habe und es dauerte nicht lange, bis ich ein Rhythmus zeigte. Ich musste nur auf mein Smartphone schauen und wusste, ob das Weinen vom Hunger kam oder ob vor der nächsten Still-Session noch ein Spaziergang drin lag. Ist das Baby einmal da, hat man kaum Zeit sich mit dem riesen Angebot an Still-Apps auseinanderzusetzen. Und deshalb habe ich das für dich gemacht.

Stillen – Baby Tracker

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Quelle Abbildung: Google Play Store, Matthias Droste

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  • Statusleiste – Die App bietet eine individuell einstellbare Statusleiste, die permanent oder nur während des Stillens wahlweise auch auf dem Lockscreen angezeigt wird. Die App muss also nicht extra geöffnet werden, um zu sehen, wann das letzte Mal gestillt wurde. Ebenfalls kannst du direkt in der Statusleiste einen Wechsel der Seite angeben oder das Tracking unterbrechen oder beenden. Mega praktisch!
  • Grafiken/ Statistiken – Wann wurde wie lange gestillt? Wurde gestern mehr rechts oder mehr links gestillt? Habe ich letzte Woche zu den selben Uhrzeiten gestillt? Alle diese Fragen werden mittels übersichtlichen Grafiken und Statistiken beantwortet. Ein Rhythmus im Essverhalten lässt sich so einfach ermitteln.
  • Anpassen und einstellen – Vieles lässt sich anpassen und umstellen. Von den angezeigten Farben bis zu den Stillmahlzeiten (wenn man z.B. vergessen hat „Stopp“ zu drücken).

  • In-App-Käufe – Wer zufüttert und Flaschenmahlzeiten festhalten möchte oder nach einigen Monaten gerne auch die Beikost-Mahlzeiten festhalten möchte, der kann sich ein kostenpflichtiges AddOn dazukaufen. Jede dieser Erweiterungen kostet jeweils CHF 2.49 oder CHF 4.99 im Gesamtpaket (Beikost, Abpumpen, Schlafen/Weinen, Ereignisse, Messungen, Profile, Synchronisation zwischen Geräten).

Rating 4/5  PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03

 

Stillen Tracker App kostenlos

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Quelle Abbildung: Google Play Store, Wachanga

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  • Abpumpen und Flasche festhalten – Für Mamis, die abpumpen oder zufüttern (oder auch nur die Flasche geben) kann es wichtig sein, diese Mengen und Zeiten ebenfalls zu dokumentieren. Diese App bietet die Optionen Brust, Flasche, Nahrung und Abpumpen kostenlos.
  • Erinnerungen – Du kannst regelmässige Erinnerungen (z.B. alle 3 Stunden) zum Füttern, Windel welchen oder Medikamente geben einstellen.
  • Grösse, Gewicht, Windeln, Schlafenszeiten – Wer sein Baby regelmässig wiegt und misst, der kann das ebenfalls in der gleichen App eintragen. Auch der Schlafrhythmus und die vollen Windeln können ohne zusätzliche Kosten eingetragen werden und werden verarbeitet zu:
  • Statistiken – Grösse, Gewicht, Nahrungsaufnahme, Schlaf und gewechselte Windeln. Zu allem kannst du eine mehr oder weniger hilfreiche Statistik abrufen.

  • Unübersichtlich – Teilweise überflüssige Features machen die App unübersichtlich.
  • Schlechte Zeitleiste – Die Zeitleiste zeigt chronologisch alle aufgezeichneten Daten an. Sie ist damit eher nicht hilfreich. Auf die Frage „Wann habe ich das letzte Mal gestillt?“ kann ich scrollen und sehe die Uhrzeit – die meines Erachtens hilfreiche Angaben wie „vor 2h23m“ gibt es leider nicht. Ausserdem ist die Anpassung der Daten in der Zeitleiste nicht gerade einfach und benutzerfreundlich.

Rating 3/5 PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03

 

MyMedela

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Quelle Abbildung: Google Play Store, Medela AG

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  • Personalisieren – Diese Still-App bietet eine Personalierung. Du wirst gefragt, ob du vor hast nur zu stillen, nur abzupumpen oder eine Kombination daraus, wann du wieder ins Berufleben einsteigen wirst, wie und wie lange du ein Baby ernähren möchtest und warum du dein Baby stillen möchtest.
  • Tipps und Artikel – Die App ist vollgepackt mit Tipps, Artikel und Listen rund ums Stillen, die dir helfen sollen. Durch die Personalisierung sind diese ein wenig auf dich abgestimmt. Besonders für First Time Mamis in der Anfangszeit zu empfehlen.
  • Weitere Tracking Funktionen – Auch die MyMedela App bietet die Aufzeichung von Abpumpen, Fläschchen, Windeln, Schlaf, Gewicht und Grösse. Das Gewicht und die Grösse wird dir in einer Perzentilkurve angezeigt – so kannst du die Entwicklung super beobachten und beurteilen.

  • Umständlich – Für Mamis, die wenig Zeit in das Tracking der Still-Sessions investieren wollen, ist die App nicht geeignet. Um den Stillvorgang aufzunehmen muss die App geöffnet werden und erst nach eingen Klicks darin, kann die Zeit gestoppt werden. Auch für die Beedingung der Aufzeichung musst du in die App und die gesuchte Funktion suchen. Zudem ist die Speicherung der Session nicht durch einen Klick erledigt. Erst muss alles nochmal von dir abgesegnet werden und es wird gefragt, wie es dir beim Stillen ergangen ist.
  • Statusleiste nicht ausgereift – Die Statusleiste erscheint nur während der Aufzeichnung und es kann kein Stopp oder Seitenwechsel direkt darüber vorgenommen werden. Mit einem Klick auf die Statusleiste gelangt man zwar in die App, jedoch nicht direkt auf die Still-Session.

Rating 3/5 PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03

 

Glow Baby für das Stillen

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Quelle Abbildung: Google Play Store, Glow Inc

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  • Community – In der App findest du eine eigene Community, die sich über alle möglichen Baby-Themen austauschen. Du kannst Gruppen beitreten z.B. der Gruppe „September 2016 Babies“ oder „Birth Stories“ und mitdiskutieren. Allerdings alles in Englisch!
  • Tracking einfach gehaltenBrust, Flasche, feste Nahrung. Diese drei Ernährungsarten können einfach aufgezeichnet werden. Rechts, Links, Stopp und Speichern, Fertig. Ohne viel Schnickschnack. Übrigens kannst du auch Folgendes mit Glow Baby aufzeichnen: Schlaf, Windel, Symptome, Temperatur, Medikamente

  • Englisch – Achtung! Die App ist komplett Englisch und kann meines Wissen auch nicht umgestellt werden.
  • Push-Nachrichten – Du wirst, wenn du diese nicht ausgeschaltet hast, Push-Nachrichten erhalten. Diese sind leider nicht besonders hilfreich oder informativ.

Rating 2/5 PicsArt_05-26-01.00.03PicsArt_05-26-01.00.03

 

Fazit

Wenn du nur das Stillen aufzeichnen willst – und das möglichst schnell und unumständlich, empfehle ich dir „Stillen – Baby Tracker“. Die Statusleiste und das Widget auf dem Lockscreen sind echt Gold wert! Wenn du aber zusätzlich andere Daten aufzeichnen willst, entscheide dich für „Stillen Tracker App kostenlos“, denn da stehen die diese Features kostenlos zur Verfügung.

Wenn du gerne zusätzliche Infos und Tipps möchtest, dann entscheide dich für „MyMedela“. Und wenn du deine Anliegen lieber in einer Gruppe unter Müttern besprichst, sollte „Glow Baby für das Stillen“ die App deiner Wahl sein.

Welche App ich selbst nutze

Ich selbst nutze fast seit Beginn unserer Stillzeit die erste vorgestellte App „Stillen-Baby Tracker“ und bin sehr zufrieden. In der ersten Wochen habe ich die Aufzeichnung sehr genau genommen und die Zeiten akribisch gestoppt. Bei einer kurzen Pause meines Babys habe ich die Stoppuhr immer wieder angehalten und wieder gestartet. Das war natürlich totaler Quatsch und unnötiger Stress während des Stillens, das ein so entspannt wie möglich sein sollte. Heute stille ich meinen Sohn nur noch morgens und abends. Die Abstände der Stillmahlzeiten sind für mich also nicht mehr relevant. Trotzdem nutze ich die App immer noch, um einen Überblick über das Verhältnis der Seiten zu haben. Damit ich erkenne, wenn die Lieblingsseite 10 Minuten lang ausgetrunken und an der anderen nur 2 Minuten genuckelt wird. 😉

Ich habe mir das Zusatzpaket „Beikost/ Flasche“ gekauft. Für mich hat sich das nicht gelohnt, da mir das Eintragen der Beikost mit Angabe der Nahrung, der Menge und der Einheit zu aufwändig ist und ich keine Flasche gebe.

 

Das war ein kleiner Einblick in die Welt der Still-Apps. Vielleicht ist ja die richtige für dich dabei!

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